Du kannst Jersey auf jeder normalen Nähmaschine nähen. Nimm eine Jersey- oder Stretchnadel, Polyestergarn und einen Stich, der sich dehnt: einen schmalen Zickzack (etwa 1 mm breit und 2,5 mm lang) oder den Stretchstich deiner Maschine. Verringere den Nähfußdruck oder nimm einen Obertransportfuß, lass den Stoff laufen, ohne zu ziehen, stabilisiere die Nähte, die sich nicht dehnen sollen, und säume mit Zwillingsnadel oder Zickzack.

Die Schnittteile in Größe EU 38 / US 6, gezeichnet von der Konstruktions-Engine von Sewly (Nahtzugaben inklusive). T-Shirt →

Kenne deinen Jersey

Ein Jerseystoff besteht aus ineinandergreifenden Maschen, deshalb dehnt er sich und franst nicht aus. Die gängigsten:

  • Single Jersey: rechts glatt, links kleine Maschen, Kanten, die sich einrollen. T-Shirts.
  • Interlock: beidseitig glatt, stabiler, Kanten rollen sich nicht ein. Einfacher zu nähen.
  • Bündchenware (Rippjersey): sichtbare senkrechte Rippen, quer sehr dehnbar. Halsbündchen, Ärmelbündchen, figurnahe Oberteile.
  • French Terry und Sweat: eine Jerseyoberfläche mit Schlingen oder angerauter Rückseite. Sweatshirts und Jogginghosen.
  • Mit Elasthan: alle oben genannten mit Elasthananteil, der die Rücksprungkraft verbessert, also wie gut der Stoff nach dem Dehnen in Form zurückspringt.

Prüf vor dem Zuschneiden die Dehnbarkeit in Prozent: Halte 10 cm Stoff quer zum Fadenlauf zwischen den Fingern und dehne ihn sanft an einem Lineal entlang. Kommt er auf 15 cm, hat er 50 % Dehnung. Jerseyschnitte geben an, wie viel Dehnung sie brauchen; ein T-Shirt braucht meist mindestens 30 bis 40 %, Bündchen mehr.

Nadeln und Garn

NadelSpitzeWofür
Jerseynadel 70 bis 90Abgerundet, gleitet zwischen die MaschenBaumwolljersey, Interlock, French Terry, Sweat
Stretchnadel 75 oder 90Abgerundet, mit Öhr und Hohlkehle, die Fehlstiche verhindernElasthanmischungen, Bündchenware, Sportstoffe, dünne fließende Jerseys
Zwillings-Stretchnadel 2,5/75 oder 4,0/75Zwei Nadeln an einem KolbenSäume und Absteppungen, die sich dehnen müssen

Nimm ein gutes Universalnähgarn aus Polyester; es dehnt sich mehr als Baumwollgarn und reißt seltener. Wechsle die Nadel beim ersten Fehlstich oder beim ersten winzigen Loch entlang einer Naht.

Welchen Stich nehme ich für Jersey?

  • Schmaler Zickzack: Breite 0,5 bis 1,5 mm, Länge 2,5 mm. Sieht fast gerade aus und dehnt sich. Der Standard, wenn deine Maschine nichts anderes hat.
  • Blitzstich (Stretchstich): ein schlanker Zickzack in Form eines Blitzes, gemacht für Jerseynähte.
  • Dreifacher Geradstich: sehr stabil und dehnbar, aber kaum wieder aufzutrennen. Nimm ihn nur für Nähte, die du getestet hast.
  • Overlockstich: näht und versäubert die Kante in einem Durchgang, mit dem passenden Fuß.
  • Geradstich: nur dort, wo sich die Naht nicht dehnen darf, etwa an einer Schulternaht mit Formband, oder zum Heften mit 4 mm.

Sewlys Jerseyschnitte verwenden standardmäßig 1 cm Nahtzugabe, das passt zu diesen Stichen. Näh die Naht mit schmalem Zickzack auf der Nahtlinie und versäubere die beiden Nahtzugaben dann, wenn du magst, nahe der Kante zusammen mit Zickzack.

Die Maschine einstellen

  1. Setz die Jersey- oder Stretchnadel ein.
  2. Verringere den Nähfußdruck, wenn deine Maschine ein Rädchen dafür hat: Hoher Druck dehnt Jersey und macht Nähte wellig.
  3. Nimm einen Obertransportfuß, wenn du einen hast; er transportiert die obere Lage genauso schnell wie die untere.
  4. Teste an einer doppelten Lage deines eigentlichen Stoffs, in derselben Richtung zugeschnitten wie die Naht. Dehne die Testnaht: Der Faden darf nicht reißen.

Eine Jerseynaht nähen

  1. Genau zuschneiden. Nimm wenn möglich einen Rollschneider und lass die ganze Stofflänge auf dem Tisch liegen: Stoff, der über die Kante hängt, dehnt sich. Der Fadenlauf folgt den Maschenstäbchen, die größte Dehnung geht um den Körper.
  2. Stecken oder klammern. Nimm Jersey-Stecknadeln oder Stoffklammern, eng gesetzt, ohne die Kanten zu dehnen.
  3. Sauber anfangen. Beginne 5 mm von der Kante entfernt oder auf einem kleinen Reststück und halte bei den ersten Stichen die Fadenenden, damit dünner Jersey nicht ins Stichloch gedrückt wird.
  4. Den Transporteur arbeiten lassen. Schieb und zieh nicht am Stoff. Stütz sein Gewicht, damit er nicht hinter der Maschine herunterzieht.
  5. Nur absichtlich dehnen. Beim Annähen eines Hals- oder Ärmelbündchens dehnst du das Bündchen, nicht das Kleidungsstück, damit es zwischen die Stecknadeln passt.
  6. Vorsichtig bügeln. Nimm Dampf und heb das Bügeleisen an, statt es zu schieben. Etwa 150 °C für Baumwolljersey mit Elasthan, Viskose- und Bambusjersey, 110 °C für Polyester- und Polyamidjersey; reiner Baumwolljersey verträgt bis zu 200 °C.

Nähte stabilisieren, die sich nicht dehnen sollen

Schulternähte tragen das Gewicht des Kleidungsstücks und leiern mit der Zeit aus. Näh in jede Schulternaht einen Streifen transparentes Gummiband oder Formband ein, wie es Sewlys T-Shirt-Schnitt bei den Zutaten vorschlägt. Ausschnitte bei lockerem Jersey kannst du vor dem Annähen des Bündchens mit einer Formnaht aus schmalem Zickzack sichern.

Halsbündchen

Ein Halsbündchen aus Jersey wird kürzer zugeschnitten als der Ausschnitt, damit es die Kante zusammenzieht und flach liegt. Sewlys T-Shirt schneidet es auf 85 % der Ausschnittlänge zu, sein Sweatshirt die Bündchenware auf 80 %, weil Bündchenware dehnbarer ist. Falte das Bündchen der Länge nach zur Hälfte, markiere Viertel an Bündchen und Ausschnitt, leg die Markierungen aufeinander und näh mit dem Bündchen oben, wobei du es zwischen den Markierungen gleichmäßig dehnst.

Wie säume ich Jersey?

  • Zwillingsnadel: die Optik wie gekauft. Bügle den Saum hoch (bei Sewly-Jerseyschnitten standardmäßig 2 cm) und näh von rechts mit einer Zwillings-Stretchnadel, Stichlänge 3 bis 3,5 mm. Der Unterfaden bildet unten einen Zickzack zwischen den beiden Reihen und gibt dem Saum seine Dehnung. Siehe Zwillingsnadel.
  • Schmaler Zickzack: von rechts, nahe an der darunterliegenden offenen Kante, dann den Überstand zurückschneiden.
  • Stabilisierter Saum: Ein Streifen leichte aufbügelbare Jerseyeinlage oder Saumband im Umschlag verhindert, dass ein Zwillingsnadelsaum einen Tunnel bildet, also einen erhabenen Wulst zwischen den beiden Reihen.
  • Gar kein Saum: Jersey franst nicht aus, eine offene Kante ist bei lässigen Oberteilen eine legitime Wahl.

Häufige Fehler und Lösungen

  • Fehlstiche. Falsche oder stumpfe Nadel. Wechsle zu einer Stretchnadel, probier eine Stärke größer oder kleiner und fädle neu ein.
  • Wellige, gedehnte Nähte. Zu viel Nähfußdruck, oder am Stoff wurde gezogen. Verringere den Druck, nimm einen Obertransportfuß und dämpfe die Naht; Baumwolljersey zieht sich oft wieder flach zusammen.
  • Löcher entlang der Naht oder des Saums. Eine stumpfe Nadel oder eine Universalnadel hat die Maschen zerschnitten. Setz eine neue Jerseynadel ein.
  • Nähte, die beim Dehnen platzen. Für eine dehnbare Naht wurde ein Geradstich verwendet. Näh sie noch einmal mit schmalem Zickzack oder Stretchstich.
  • Ein Zwillingsnadelsaum mit Tunnel. Verringere die Oberfadenspannung etwas, verlängere den Stich und stabilisiere den Saum mit Bügelband.
  • Stoff am Nahtanfang verschluckt. Beginne auf einem Stoffrest oder Seidenpapier, oder etwas weiter innen von der Kante.

Für ein erstes Jerseyprojekt ist ein T-Shirt aus stabilem Baumwolljersey oder Interlock mit etwas Elasthan dankbar. Bist du nicht sicher, ob dein Stoff ein Jersey ist, lies Webware oder Jersey.