Definition
Eine Zwillingsnadel besteht aus zwei Maschinennadeln an einem Kolben; sie näht oben zwei parallele Stichreihen und unten einen Zickzack, vor allem zum Säumen von Jersey.
Eine Zwillingsnadel passt in die meisten Nähmaschinen, die Zickzack nähen können, denn das Stichloch muss breit genug für beide Nadeln sein. Sie braucht zwei Oberfadenrollen und eine Unterfadenspule: Der Unterfaden läuft auf der linken Seite im Zickzack zwischen den beiden Oberfäden hin und her, was dem Stich etwas Dehnung gibt.
Zwillingsnadeln sind mit zwei Zahlen beschriftet, dem Nadelabstand und der Nadelstärke, etwa 4,0/75 (4 mm Abstand, Stärke 75). Übliche Arten sind Universal-, Stretch- (für Jersey), Jeans- und Sticknadeln, mit Abständen von etwa 1,6 bis 6 mm.
Einstellungen und Tipps:
- Nimm einen Geradstich mit der Nadel in Mittelposition, verlängert auf 3 bis 3,5 mm.
- Steck die beiden Garnrollen auf getrennte Stifte und folge deiner Bedienungsanleitung, um die Fäden durch die Spannungsscheiben zu führen.
- Nähe von rechts. Ein Streifen auswaschbares Stickvlies oder leichtes Bügelband unter dem Saum verhindert den Wulst, der sich zwischen den Reihen bilden kann.
- Lockere die Oberfadenspannung etwas oder nimm Bauschgarn als Unterfaden, für mehr Dehnung.
- Wählst du einen Zickzack, halte ihn so schmal, dass beide Nadeln die Stichplatte nicht treffen; viele Maschinen haben eine Zwillingsnadeleinstellung, die die Breite begrenzt.
Über Jerseysäume hinaus nähen Zwillingsnadeln dekorative Steppnähte und erhabene Biesen (siehe Biese). Die maschinelle Alternative ist der Coverstich; zu Zugaben siehe Saum.