Zum Nähenlernen brauchst du etwa ein Dutzend Werkzeuge: eine Nähmaschine, eine Stoffschere, eine kleine Fadenschere, ein Maßband, ein transparentes Lineal, Stecknadeln, einen Nahttrenner, ein Markierwerkzeug, Handnähnadeln, Garn, Ersatznadeln für die Maschine sowie ein Bügeleisen mit Bügelbrett. Nähst du nach PDF-Schnittmustern, kommen eine Papierschere und Klebeband dazu. Alles andere, vom Rollschneider bis zur Overlock, macht bestimmte Arbeiten schneller, kann aber warten, bis du weißt, wie du am liebsten arbeitest.

Ein paar gute Werkzeuge schlagen jedes große Nähset aus dem Karton: Eine scharfe Schere und ein zuverlässiges Bügeleisen machen bei deinen Ergebnissen mehr aus als jedes Gadget.

Die Grundausstattung

WerkzeugWorauf du achtestWofür es da ist
NähmaschineGerad- und Zickzackstich, einstellbare Stichlänge, eine BedienungsanleitungNäht Nähte und versäubert Kanten
StoffschereSchneiderschere mit abgewinkeltem Griff, 20–25 cmSchneidet Stoff sauber, während er flach liegt
Kleine SchereStickschere oder Fadenschere, 10–13 cmFäden abschneiden, Rundungen einschneiden, Knipse setzen
Maßband150 cm, aus Glasfaser, mit Zentimetern auf einer Seite (oft Zoll auf der anderen)Körpermaße und gebogene Längen
Transparentes LinealEtwa 15 × 60 cm, dazu ein kurzes LinealGerade Linien, Fadenlauf prüfen, Säume, Testquadrat
StecknadelnGlaskopfstecknadeln, die unter dem Bügeleisen nicht schmelzenHalten die Lagen vor dem Nähen zusammen
NahttrennerScharfe Spitze und kleine gebogene KlingeEntfernt Stiche, ohne den Stoff zu beschädigen
MarkierwerkzeugSchneiderkreide, Kreiderädchen oder wasserlöslicher StiftÜberträgt Knipse, Punkte und Abnäher
HandnähnadelnEin gemischtes Set NähnadelnKnöpfe, Handsäume, kleine Reparaturen
GarnAllesnäher aus Polyester in den Farben deiner StoffeNäht fast alles
MaschinennadelnUniversal Stärke 70, 80 und 90; Jerseynadeln für JerseyDie passende Nadel für jeden Stoff
Bügeleisen und BügelbrettDampfbügeleisen mit zuverlässiger TemperatureinstellungBügelt Nähte flach und formt das Kleidungsstück
BügeltuchEin Stück glatte Baumwolle oder SeidenorganzaSchützt den Stoff vor Glanzstellen und Versengen

Den Nahttrenner wirst du öfter benutzen, als dir lieb ist, also kauf einen scharfen und ersetze ihn, sobald er hakt. Zum Markieren lässt sich Schneiderkreide von den meisten Stoffen abbürsten, während wasserlösliche Stifte auf hellen Farben besser zu sehen sind. Teste beides vorher an einem Reststück.

Schneidwerkzeug: worauf es ankommt

Benutze deine Stoffschere nur für Stoff. Papier macht die Klingen schnell stumpf, und eine stumpfe Schere kaut die Kante, statt sie zu schneiden. Bind ein Band an die Griffe, damit sich niemand im Haushalt die Schere für Papier ausleiht.

Ein Rollschneider, eine runde Klinge mit meist 45 mm Durchmesser, die du zusammen mit einer selbstheilenden Schneidematte benutzt, ist bei langen geraden Kanten und rutschigen Stoffen schneller und genauer als eine Schere. Er ist eine lohnende zweite Anschaffung, aber für den Anfang reicht eine Schere.

Messen und markieren

Vergleiche dein Maßband ab und zu mit einem festen Lineal. Alte Maßbänder aus Stoff dehnen sich, und ein ausgeleiertes Maßband zeigt bei jedem Maß zu wenig an. Für Säume und Nahtzugaben ist ein kurzes Nähmaß mit Schieber, etwa 15 cm lang, günstig und spart viel Zeit.

Bügelwerkzeug

Bügeln ist das halbe Nähen. Bügle jede Naht direkt nach dem Nähen: zuerst flach, so wie genäht, damit sich die Stiche setzen, dann auseinander oder zu einer Seite. Ein Bügeleisen mit verlässlicher Temperatureinstellung ist wichtiger als jede Sonderfunktion, und ein Bügeltuch verhindert Glanzstellen auf dunklen Stoffen, Wolle und Synthetik.

Werkzeug für PDF-Schnittmuster

  • Eine Papierschere oder eine alte Rollschneiderklinge nur für Papier
  • Mattes Klebeband oder ein Klebestift
  • Ein langes Lineal, um das Testquadrat zu prüfen und Seiten auszurichten
  • Eine große, ebene Fläche: ein Tisch oder ein sauberer Boden

Unsere Anleitung PDF-Schnittmuster zusammenkleben zeigt, wie du sie einsetzt.

Was du später ergänzen kannst

  • Schnittgewichte: halten Schnittteile ohne Stecknadeln auf dem Stoff; saubere Konservendosen tun es auch.
  • Bügelei (Schneiderkissen): ein festes, gewölbtes Kissen zum Bügeln gerundeter Nähte wie Abnäher und Prinzessnähte.
  • Eckenformer: drückt die Ecken von Kragen, Taschen und Kissen aus; ein stumpfes Essstäbchen erfüllt denselben Zweck.
  • Obertransportfuß: transportiert dicke oder rutschige Lagen gleichmäßig durch die Maschine.
  • Schlingenwender und Durchziehnadel: zum Wenden schmaler Schläuche und zum Einziehen von Gummiband; eine große Sicherheitsnadel geht auch.
  • Zackenschere: eine schnelle Kantenversäuberung für Stoffe, die wenig ausfransen.
  • Overlock: schneidet die Nahtkanten in einem Arbeitsgang zurück und versäubert sie. Praktisch, aber kein Muss, wie Nähte ohne Overlock versäubern zeigt.

Die erste Nähmaschine auswählen

Du brauchst keine Dutzende Stiche. Achte auf einen Geradstich, einen Zickzackstich mit einstellbarer Breite, eine einstellbare Stichlänge, ein Einstufen- oder Vierstufen-Knopfloch, einen Freiarm für Ärmel und Hosenbeine und einen leicht zugänglichen Spulenbereich. Eine gewartete, gebrauchte mechanische Maschine einer zuverlässigen Marke mit Bedienungsanleitung ist oft ein besserer Kauf als eine sehr billige neue. Lies vor deiner ersten Naht die Nähmaschinen-Grundlagen.

Was du zuerst kaufst und was danach

  1. Vor dem ersten Projekt: alles aus der Tabelle zur Grundausstattung oben.
  2. Nach ein paar Projekten: Rollschneider und Schneidematte, Schnittgewichte, ein Nähmaß und ein Bügelei, sobald du weißt, welche Arbeiten dir zu langsam gehen.
  3. Wenn du regelmäßig nähst: spezielle Nähfüße (Reißverschlussfuß, Obertransportfuß, Blindstichfuß), eine Overlock, wenn du viel Jersey nähst, und Schnittmusterpapier zum Abpausen.

Viele Maschinen haben einen Reißverschlussfuß und einen Knopflochfuß schon im Karton, also prüfe das Zubehör, bevor du etwas extra kaufst.

Halte dein Nähzubehör zusammen

Eine Box oder Schublade, in der alles an einem Ort liegt, spart bei jeder Nähsitzung Zeit. Bewahre Stecknadeln in einer Magnetschale oder einem Nadelkissen auf, Maschinennadeln in ihren beschrifteten Packungen, damit du immer Stärke und Art kennst, und stell einen kleinen Behälter für Fadenreste und Abschnitte neben die Maschine. Ein Fusselpinsel und die Bedienungsanleitung der Maschine gehören in dieselbe Box.

Typische Fehler beim Kauf von Nähzubehör

  • Papier mit der Stoffschere schneiden. Danach schneidet sie Stoff nicht mehr sauber. Leg dir eine eigene Papierschere zu.
  • Stecknadeln mit Plastikkopf. Sie schmelzen unter dem Bügeleisen. Nimm Glaskopfnadeln.
  • Ein ausgeleiertes Maßband. Jedes Maß fällt zu klein aus. Vergleiche es mit einem Lineal und ersetze es, wenn es abweicht.
  • Auf das Bügeleisen verzichten. Ungebügelte Nähte liegen nie flach, egal wie gerade du nähst.
  • Die falsche Nadel. Eine Universalnadel kann auf Jersey Stiche auslassen; nimm für Jersey eine Jerseynadel.
  • Alles auf einmal kaufen. Beginne mit der Grundausstattung und ergänze Werkzeug, wenn ein Projekt es verlangt.