Um ein gekacheltes PDF-Schnittmuster zusammenzukleben, prüfst du das Testquadrat, legst die Seiten anhand der Seitenübersicht der Reihe nach aus, schneidest an jeder Seite den weißen Rand an zwei Kanten ab (oder faltest ihn um), legst dann die Passmarken und die Schnittlinien genau aneinander und klebst die Seiten Reihe für Reihe zusammen. Verbinde anschließend die Reihen, prüfe, ob jede Linie ohne Versatz weiterläuft, und schneide deine Teile aus. Beim ersten Mal brauchen die meisten für ein Schnittmuster mit 20 bis 30 Seiten 30 bis 60 Minuten.
Was du brauchst
- Eine Papierschere oder ein Cuttermesser mit Schneidematte (nie deine Stoffschere)
- Mattes Klebeband, auf das man schreiben kann, oder einen Klebestift
- Ein Lineal und einen Bleistift
- Eine große, harte Fläche: einen Tisch oder einen sauberen Boden
- Ein oder zwei kleine Gewichte, zum Beispiel eine Tasse, die die Seiten beim Ausrichten festhalten
Wie gekachelte Seiten zusammenpassen
Ein gekacheltes Schnittmuster ist eine große Zeichnung, die in seitengroße Kacheln aufgeteilt ist; das Verfahren heißt Kacheldruck. Jede Seite hat einen weißen Rand um die Zeichnung, weil Heimdrucker nicht bis zum Blattrand drucken können. Schneidest du den Rand an einer Seite ab und legst diese Kante auf die nächste Seite, läuft die Zeichnung genau weiter.
Die meisten Schnittmuster beschriften die Seiten nach Zeile und Spalte. Bei Sewly-Schnittmustern sind die Zeilen Buchstaben und die Spalten Zahlen: A1 ist die Seite oben links, A2 liegt rechts daneben, und B1 liegt unter A1. Das Deckblatt zeigt eine Seitenübersicht des ganzen Rasters. Seiten, die leer wären, werden nicht gedruckt, deshalb kann das Raster Lücken haben: Lass dort Platz frei. Große einfache Rechtecke wie Bunde und Bindebänder werden gar nicht gedruckt; du zeichnest sie anhand ihrer Zuschnittmaße direkt auf den Stoff.
Zusammenkleben Schritt für Schritt
- Prüfe den Maßstab. Miss vor allem anderen das Testquadrat. Stimmt es nicht, druckst du neu und folgst dabei der Anleitung PDF-Schnittmuster richtig drucken: Kein noch so sorgfältiges Kleben gleicht einen falschen Maßstab aus.
- Leg die Seiten aus. Verteile sie in der Reihenfolge der Seitenübersicht auf Tisch oder Boden, Reihe A oben, noch ohne etwas abzuschneiden. Prüfe, ob keine Seite fehlt.
- Schneide zwei Ränder ab. Schneide an jeder Seite den Rand an der linken und an der oberen Kante ab, entlang der Kante des bedruckten Bereichs, wie es die Passmarken zeigen. Den rechten und unteren Rand lässt du stehen: Sie liegen später unter den Nachbarseiten. Bei den Seiten der ersten Spalte muss die linke Kante und bei den Seiten der Reihe A die obere Kante streng genommen nicht abgeschnitten werden, es schadet aber auch nicht.
- Klebe die erste Reihe. Leg A2 so auf den rechten Rand von A1, dass die abgeschnittene Kante von A2 genau auf das Ende der Zeichnung von A1 trifft. Bring die Passmarken und jede Schnittlinie, die über den Übergang läuft, zur Deckung und klebe entlang des Übergangs. Füge A3 genauso an und so weiter bis zum Ende der Reihe.
- Klebe die anderen Reihen. Setz Reihe B, Reihe C und die übrigen genauso zusammen, jede für sich.
- Verbinde die Reihen. Leg Reihe B mit ihrer abgeschnittenen Oberkante auf den unteren Rand von Reihe A, genau an das Ende der Zeichnung von Reihe A. Bring die Marken auf der ganzen Länge zur Deckung und klebe dann. Arbeite von der Mitte nach außen, damit sich kleine Fehler nicht an einem Ende aufsummieren.
- Prüfe die Linien. Folge mit dem Blick jeder Schnittlinie über die Übergänge. Ein Versatz von mehr als 1–2 mm bedeutet, dass eine Seite verrutscht ist; löse das Klebeband und richte sie neu aus.
- Schneide die Teile aus. Schneide auf der durchgezogenen Schnittlinie jedes Teils, lass jede Knipsmarke sichtbar und prüfe auf der Beschriftung, wie oft du jedes Teil zuschneiden musst. Möchtest du das gedruckte Schnittmuster unversehrt behalten, paus die Teile ab, statt sie auszuschneiden.
Tipp: Statt den Rand abzuschneiden, kannst du ihn auch an derselben Linie nach hinten umfalten. Falten geht schneller, Schneiden ist bei Schnittmustern mit vielen Seiten genauer.
Klebeband oder Klebestift?
Klebeband geht schnell, hält gut und lässt dich eine Seite noch einmal anheben und neu ausrichten. Nimm mattes Klebeband, damit du darauf schreiben kannst, und klebe ruhig auch über Linien, durch die du später schneidest, denn das Band hilft dem Papier, die Schere zu überstehen. Ein Klebestift ergibt ein flacheres Ergebnis für Schnittmuster, die du abpausen oder aufbewahren willst, aber nach dem Trocknen kannst du nichts mehr korrigieren, und zu viel Kleber wellt das Papier. Viele Nähende fixieren beim Ausrichten mit Klebeband und geben dort, wo sich Seiten großflächig überlappen, etwas Klebestift dazu.
So summieren sich Fehler nicht
- Klebe auf einer harten, ebenen Fläche; auf Teppich verrutschen die Seiten.
- Verbinde die Seiten Reihe für Reihe, statt in alle Richtungen gleichzeitig zu bauen.
- Leg die Schnittlinien ebenso genau an wie die Marken: Stimmen beide nicht überein, vertrau den Linien.
- Lass die Kanten exakt stumpf aneinanderstoßen. Eine Lücke von 1 mm an jedem von sechs Übergängen ergibt bei einem großen Teil 6 mm.
- Sorg für ruhige Luft: Ein Ventilator oder ein offenes Fenster kann eine Seite anheben, die noch nicht festgeklebt ist.
- Klebe jeden Übergang zuerst mit kurzen Streifen quer über die Linie, prüfe den nächsten Übergang und zieh erst dann einen langen Streifen über die ganze Naht, wenn die Reihe stimmt.
Das Schnittmuster aufbewahren oder wiederverwenden
Schreib auf jedes Teil den Namen des Schnittmusters, deine Größe oder Maße und das Datum. Falte die Teile locker entlang der ursprünglichen Seitenränder oder roll sie auf und bewahre sie gemeinsam in einem großen Umschlag oder einer Hängetasche auf. Wenn du das Kleidungsstück öfter nähen willst, paus die Teile mit allen Markierungen auf festeres Schnittmusterpapier ab und behalte das geklebte Original als Referenz.
Häufige Fehler beim Zusammenkleben
- In die Zeichnung schneiden. Schneide an der Kante des bedruckten Bereichs, nicht innerhalb, sonst verliert jedes Teil an jedem Übergang einen Streifen Weite.
- Seiten in falscher Reihenfolge. Vergleiche vor dem Kleben die Beschriftung jeder Seite mit der Seitenübersicht.
- Ein falsches Testquadrat ignorieren. Jedes Teil weicht dann um denselben Prozentsatz ab; drucke zuerst neu.
- Lücken zwischen den Seiten. Die Linien springen an den Übergängen, und die Teile verlieren oder gewinnen Weite; leg die Kanten exakt aneinander.
- Knipse verlieren. Bei Schnittmustern, die Knipse als kleine Dreiecke außerhalb der Schnittlinie zeichnen, schneidest du sie beim geraden Durchschneiden ab. Schneide um sie herum.
- Seiten kleben, die du nicht brauchst. Lässt du ein Teil weg, sieh in der Seitenübersicht nach und überspringe die Seiten, auf denen nur dieses Teil liegt.
Sind die Teile fertig, geht es weiter mit Stoff im Fadenlauf auflegen und zuschneiden. Ist dir das Kleben Dutzender Seiten zu mühsam, bekommst du beim Druck im Copyshop stattdessen große Bögen.