Definition
Der Staffierstich ist ein fast unsichtbarer Handstich, bei dem der Faden verborgen in einem Bruch verläuft und vom gegenüberliegenden Stoff nur ein oder zwei Fäden auffasst.
Der Staffierstich ist der Handstich für den letzten Schliff: Säume, die Innenkante eines Bunds, Futtersäume, Belege und nach innen gewendetes Schrägband. Weil der Faden größtenteils in einem Bruch verborgen ist, zeigt er sich außen nur als winzige Pünktchen.
So nähst du einen Saum mit Staffierstichen:
- Verknote den Faden und führe die Nadel durch den Saumbruch heraus, sodass der Knoten innen verschwindet.
- Fasse direkt gegenüber ein oder zwei Fäden des Kleidungsstücks auf.
- Schieb die Nadel zurück in den Bruch und führe sie darin etwa 5 bis 10 mm weiter.
- Stich aus und wiederhole das, wobei du die Stiche locker genug hältst, dass sich der Stoff nicht kräuselt.
Nimm eine feine Nadel und Garn in der Farbe des Kleidungsstücks, nicht des Saums. Bei dicken Stoffen fasst du die Fäden des Kleidungsstücks nur in einem Teil ihrer Tiefe, damit nichts auf die rechte Seite durchkommt.
Die Bezeichnungen werden nicht einheitlich verwendet. Manche Anleitungen sprechen von Staffier- oder Blindstich, wenn sie den Matratzenstich meinen, mit dem eine Öffnung zwischen zwei Bruchkanten geschlossen wird; die beiden sind verwandt, denn beide verlaufen in Brüchen. Das maschinelle Gegenstück zum von Hand staffierten Saum ist der Blindsaum. Mehr dazu in Handstiche, die du wirklich brauchst.