Glossar

Einschneiden und Keile ausschneiden

Auch genannt: Nahtzugabe einknipsen, Einkerben, Rundungen einschneiden

Definition

Einschneiden und Keile ausschneiden heißt, die Nahtzugabe einer gebogenen Naht mit geraden Schnitten oder kleinen V-förmigen Keilen einzuschneiden, damit sie nach dem Wenden und Bügeln flach liegt.

Wird eine gebogene Naht auf rechts gewendet, passt ihre Nahtzugabe nicht mehr in den Platz, in dem sie liegen muss. An einer nach innen gewölbten Rundung ist die Kante der Zugabe zu kurz und zieht; an einer nach außen gewölbten ist sie zu lang und wirft Falten. Einschneiden behebt beides.

  • Nach innen gewölbte (konkave) Rundungen einschneiden, etwa einen Ausschnitt oder das Mittelteil einer Prinzessnaht: Schneide gerade, senkrecht zur Naht ein, damit sich die Zugabe beim Wenden auffächern kann.
  • Bei nach außen gewölbten (konvexen) Rundungen Keile ausschneiden, etwa bei einem runden Kragen, der Ecke einer aufgesetzten Tasche oder dem Seitenteil einer Prinzessnaht: Schneide kleine V-förmige Keile heraus, damit sich die Zugabe ohne Überlappung einlegen kann.
  • Ecken: Schneide die Spitze schräg ab, ein paar Millimeter neben der Naht, und schneide bei spitzen Winkeln die Seiten schmaler zu.

Schneide bis 2 bis 3 mm an die Naht heran, nie hindurch. Setz die Schnitte 1 bis 2,5 cm auseinander, an engen Rundungen dichter. Schneidest du die Zugabe vorher schmaler zurück, wie beim Abstufen der Nahtzugaben, brauchst du weniger Schnitte.

Das ist nicht dasselbe wie die Knipsmarken im Schnittmuster, die als Passzeichen dienen. An nach außen gewölbten Rundungen kann das Zurückschneiden mit der Zackenschere (siehe Auszacken) das Keile-Ausschneiden ersetzen.

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