Definition
Unterstaffieren ist eine Steppnaht, die die Nahtzugaben dicht an der Naht auf einem Beleg oder Futter festhält, damit sich der Beleg nach innen rollt und unsichtbar bleibt.
Nachdem du einen Beleg oder ein Futter an eine Kante genäht hast, rollt sich die Naht gern nach außen, und der Beleg blitzt auf der rechten Seite hervor. Unterstaffieren behebt das dauerhaft und gehört zu den kleinen Schritten, die einen selbst genäht wirkenden Ausschnitt von einem professionellen unterscheiden.
So geht's:
- Nähe die Naht, stufe die Nahtzugaben ab und schneide die Rundungen ein.
- Bügle beide Nahtzugaben zum Beleg hin.
- Steppe von rechts auf dem Beleg, 2 bis 3 mm neben der Naht, und fasse dabei beide Nahtzugaben darunter mit. Das Kleidungsstück selbst wird nicht mitgenäht.
- Wende den Beleg nach innen und bügle. Die Naht rollt sich jetzt leicht nach innen.
An engen Rundungen spreizt du die Naht beim Nähen mit den Fingern, damit die Zugaben flach unter dem Fuß liegen. Rund um einen ganzen Ausschnitt oder Armausschnitt erreichst du vielleicht nicht jede Stelle, etwa an schmalen Schulterenden: Unterstaffiere so weit du kommst und bügle den Rest kräftig.
Unterstaffieren funktioniert bei Belegen, Futter, Bundbelegen, Taschenöffnungen und Schrägbandbelegen. Anders als beim Absteppen ist die Naht von außen nie zu sehen, deshalb eignet sie sich auch für die feinsten Kleidungsstücke.