Glossar

Nahtzugaben abstufen

Auch genannt: stufig zurückschneiden, Zugaben staffeln

Definition

Nahtzugaben abstufen heißt, die Lagen einer Nahtzugabe unterschiedlich breit zurückzuschneiden, damit sie in der Dicke stufenweise abnehmen und bei geschlossenen Nähten keine sichtbare Kante bilden.

Wo in einer geschlossenen Naht mehrere Lagen aufeinandertreffen, etwa an Kragen, Ausschnitt mit Beleg, Bund oder Manschette, enden alle Kanten an derselben Linie und bilden eine harte Kante, die sich nach dem Bügeln auf der rechten Seite abzeichnet. Beim Abstufen werden sie gestaffelt.

So stufst du ab:

  1. Nähe die Naht und bügle sie so flach, wie sie genäht ist.
  2. Lass die Zugabe, die der Außenseite des Kleidungsstücks am nächsten liegt, am breitesten, etwa 6 mm.
  3. Schneide die andere Zugabe, die auf der Belegseite, auf etwa 3 mm zurück.
  4. Bei dicken Stoffen mit mehreren Lagen, Einlage eingeschlossen, schneidest du jede Lage etwas schmaler als die vorige.

Die breiteste Lage polstert die anderen ab, sodass die Stufe von außen unsichtbar bleibt. Danach schneidest du Rundungen ein oder Keile aus (siehe Einschneiden und Keile ausschneiden) und unterstaffierst den Beleg.

Stufe keine Nähte ab, die auseinandergebügelt werden, und keine Nähte in ausfransenden Stoffen, die ihre volle Breite zum Versäubern brauchen.

Mit dem Gradieren von Schnittmustern, also dem Übertragen eines Schnitts in eine Reihe von Größen, hat das Abstufen nichts zu tun. Im Englischen heißt beides „grading“; der Zusammenhang verrät, was gemeint ist.

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