Um aus einem Pinterest-Pin ein Schnittmuster zu machen, öffnest du den Pin, kopierst seinen Link und fügst ihn in Sewly ein, oder du lädst einen Screenshot davon hoch. Sewly erkennt das Kleidungsstück, seine Silhouette und Details sowie Farben und Druck des Stoffs, wählt den passendsten Kleidungstyp aus seiner Bibliothek und konstruiert das Schnittmuster nach deinen Maßen oder in einer Standardgröße. Danach prüfst du die Optionen, siehst dir das Kleidungsstück in 3D an und druckst das Schnittmuster in Originalgröße aus.

Einen kurzen Überblick gibt die Seite Pinterest zu Schnittmuster; diese Anleitung geht Schritt für Schritt vor, mit den Prüfungen, die ein Schnittprofi machen würde.

Welcher Pin eignet sich als Vorlage?

Je klarer das Bild, desto näher liegt der erste Entwurf. Die besten Pins zeigen:

  • das ganze Kleidungsstück, vom Ausschnitt bis zum Saum, von vorn gesehen;
  • ein einzelnes Kleidungsstück, das du willst, statt einer Collage aus sechs Outfits;
  • das Kleidungsstück selbst, nicht verdeckt von Mantel, Tasche oder verschränkten Armen;
  • natürliches Licht und echte Farben, ohne starke Filter.

Zeigt der Pin ein komplettes Outfit, sag in Worten, welches Teil du willst: „den Rock“, „nur das Oberteil“. Hat der Rücken ein wichtiges Detail, etwa einen Schlitz oder einen Reißverschluss, prüfst du diese Option selbst, sobald der Entwurf fertig ist.

Aus einem Pin ein Schnittmuster machen, Schritt für Schritt

  1. Öffne den Pin in voller Größe. Am Handy tippst du auf den Pin, am Computer klickst du ihn an, damit er auf einer eigenen Seite erscheint.
  2. Kopiere seinen Link. In der Pinterest-App bietet der Teilen-Button meist die Option, den Link zu kopieren; am Computer kopierst du die Adresse aus der Browserzeile. Kopiere den Pin, nicht die Pinnwand, auf der er liegt.
  3. Füge ihn in Sewly ein oder lade einen Screenshot des Pins hoch. Links zu öffentlichen Pins, Instagram-Beiträgen und Shopseiten funktionieren, und ein Screenshot funktioniert bei jedem Bild, das du auf deinem Bildschirm siehst. Jedes neue Schnittmuster aus einem Bild, einem Link oder einer Beschreibung zählt als ein KI-Schnittmuster: 2 im Monat im kostenlosen Tarif (mit je 2 KI-Änderungen), 30 bei Maker und unbegrenzt (Fair Use) bei Atelier.
  4. Prüfe, was Sewly erkannt hat: den Kleidungstyp und seine Optionen wie Länge, Ausschnitt, Ärmel, Weite, Verschluss und Taschen. Korrigiere von Hand, was nicht passt; Optionen zu ändern ist kostenlos und unbegrenzt, und das Schnittmuster wird sofort neu gezeichnet.
  5. Gib deine Maße ein oder wähle eine Größe. Ein paar Zahlen (Körpergröße, Brust, Taille und Hüfte) reichen für den Anfang, und der Mess-Assistent erklärt jedes Maß. Oder wähle eine Standardgröße: Damen EU 32 bis 54 (US 0 bis 22, UK 4 bis 26), Herren XS bis 3XL, Kinder 2 bis 14 Jahre. Siehe Die richtige Größe wählen.
  6. Sieh dir die 3D-Vorschau an. Das Kleidungsstück erscheint auf einer Figur, die nach deinen Maßen gebaut ist, einfarbig oder im Druck aus dem Pin. Prüfe Länge und Proportionen an deinem Körper, nicht an dem des Models.
  7. Lies die Nähanleitung: die Teile mit ihrer Zuschnittanzahl, die Kurzwaren, den Stoffverbrauch für 110, 140 und 150 cm breiten Stoff und die Zuschnittpläne.
  8. Druck das Schnittmuster aus, in Originalgröße auf A4, US Letter, A3, Tabloid oder Copyshop-Papier, oder als Beamer-Datei. Zum Drucken brauchst du einen kostenpflichtigen Tarif; PDF-Schnittmuster richtig drucken erklärt das Testquadrat und die Druckereinstellungen.

Den Pin lesen wie ein Schnittprofi

Der Entwurf ist nur so gut wie deine Prüfung. Bevor du die Optionen übernimmst, schau dir den Pin so an, wie es jemand tun würde, der Schnitte konstruiert.

  • Länge. Such die Stelle, an der der Saum am Körper des Models endet: Mitte Oberschenkel ist mini, dann folgen über dem Knie, am Knie, Mitte Wade für midi und Knöchel für maxi. Models sind oft groß, sodass ein Midi im Pin bei dir bis zum Knöchel reichen kann; übernimm den Bezugspunkt am Körper, nicht den Look. Sewlys Längenoptionen (mini, über dem Knie, knielang, midi, maxi) haben zusätzlich eine Längenanpassung von bis zu 25 cm in beide Richtungen.
  • Weite. Weiche Falten, die direkt an der Taille beginnen, bedeuten Kräusel; eine glatte Taille mit Falten, die erst weiter unten erscheinen, bedeutet A-Linie oder Tellerrock; tiefe Falten, selbst wenn das Model stillsteht, bedeuten einen vollen Tellerrock.
  • Passform. Umspielt der Stoff den Körper, steht er leicht ab oder hängt er mit viel Volumen? Das ist körpernah, normal, locker oder oversized.
  • Ausschnitt und Ärmel. Rundhals, U-Ausschnitt, V-Ausschnitt, U-Boot- oder Karree-Ausschnitt; ärmellos, Kappenärmel, kurz, ellbogenlang, dreiviertellang oder lang; gerade, Puff- oder Glockenärmel.
  • Verschluss. Sind keine Knöpfe zu sehen, bedeutet das meist einen verdeckten Reißverschluss in der Seiten- oder hinteren Mittelnaht oder eine Form zum Überziehen.
  • Stoff. Ist er fest oder fließend, Webware oder Jersey? Der Fall im Pin kommt genauso vom Stoff wie vom Schnitt.

Einen Stoff wählen, der aussieht wie im Pin

Dasselbe Schnittmuster sieht in verschiedenen Stoffen ganz anders aus. Ein Tellerrock, der in Viskose schwingt, steht in Patchworkstoff steif ab; ein Slipdress, das in Satin fließt, wirkt in Popeline flach. Achte zuerst auf den Fall und das Gewicht, die du auf dem Bild siehst, dann auf den Druck. Stoff für ein Schnittmuster wählen erklärt die Tests. Die 3D-Vorschau zeigt Silhouette und Proportionen deines Kleidungsstücks, keine exakte Simulation, wie ein Stoff fällt; die Stoffwahl bleibt also deine Entscheidung.

Was Sewly nachbilden kann und was nicht

Sewly konstruiert aus 20 Kleidungstypen, die es gut kennt, von Röcken, Kleidern, Oberteilen und Hosen bis zu einer Kimonojacke, Taschen, einem Hut und Wohnaccessoires; du kannst sie im Schnittmuster-Katalog durchsehen. Für einen Pin außerhalb dieser Bibliothek, etwa einen taillierten Blazer mit Revers, einen Mantel, Jeans mit Hosenschlitz, ein Hemd mit Kragensteg, Dessous oder Bademode, wählt Sewly das ähnlichste Kleidungsstück, das es konstruieren kann; das kann ein guter Ausgangspunkt sein, aber keine Kopie. Dekorative Details wie Stickerei, Spitzenbesatz oder ein besonderer Knopf gehören nicht zum Schnittmuster: Die ergänzt du beim Nähen.

Das Schnittmuster wird aus Sewlys eigenen Grundschnitten mit deinen Maßen konstruiert; es ist keine Kopie der Schnittmusterdatei von jemand anderem. Was du aus deinen Sewly-Schnittmustern nähst, darfst du verkaufen; die Schnittmusterdateien selbst sind für den persönlichen Gebrauch bestimmt.

Häufige Probleme und Lösungen

  • Der Pin lädt nicht. Er ist vielleicht privat, gelöscht oder nur nach Anmeldung sichtbar. Lade stattdessen einen Screenshot hoch.
  • Sewly hat das falsche Kleidungsstück gewählt. Das Bild war mehrdeutig: Ein langes Oberteil kann wie ein kurzes Kleid aussehen. Sag in Worten, was es ist, oder passe die Optionen an.
  • Der Pin zeigt mehrere Kleidungsstücke. Sag, welches du willst.
  • Die Länge wirkt an dir falsch. Du hast die Länge des Models übernommen statt des Bezugspunkts am Körper. Ändere die Längenoption oder die Längenanpassung.
  • Du hast eine Pinnwand kopiert, keinen Pin. Öffne einen einzelnen Pin und kopiere dessen eigenen Link.

Planst du mehrere Teile von derselben Pinnwand? Lies Von der Pinterest-Pinnwand zur selbst genähten Garderobe.