Sewly macht aus einem Foto, einem Screenshot, einem Link oder einer Beschreibung eines Kleidungsstücks ein Schnittmuster, das nach deinen Maßen konstruiert wird. Du prüfst das erkannte Kleidungsstück, gibst deine Maße ein oder wählst eine Standardgröße, siehst dir das Ergebnis in 3D an, druckst das Schnittmuster maßstabsgetreu aus und nähst es mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, die für genau dieses Schnittmuster geschrieben ist. Bis auf das Drucken funktioniert alles im kostenlosen Tarif.
Diese Anleitung geht den Ablauf der Reihe nach durch: was du bei jedem Schritt prüfen solltest und wo Sewly an seine Grenzen kommt.
Was du vor dem Start brauchst
- Ein Bild des Kleidungsstücks, das du nähen möchtest, oder eine klare Vorstellung davon, die du in Worte fassen kannst.
- Ein flexibles Maßband und etwa 20 Minuten, um dich auszumessen, oder deine übliche Größe.
- Zum Drucken: den Tarif Maker oder Atelier, einen Drucker, einen Copyshop oder einen Beamer und ein Lineal, um den Maßstab zu prüfen.
Schritt 1: Mit einem Foto, einem Link oder einer Beschreibung starten
Sewly nimmt vier Arten von Ausgangsmaterial an:
- Ein Foto, das du selbst gemacht oder gespeichert hast, vom getragenen oder flach ausgelegten Kleidungsstück.
- Einen Screenshot, den du direkt einfügst.
- Einen Link zu einem öffentlichen Pinterest-Pin, einem Instagram-Beitrag oder einer Shopseite. Instagram verbirgt seine Bilder manchmal vor anderen Websites; wenn ein Link nicht funktioniert, klappt es mit einem Screenshot des Beitrags.
- Eine Beschreibung, etwa „ein midilanger Wickelrock aus Leinen, der in der Taille gebunden wird“ oder „ein kastiges, kurzes Oberteil mit Puffärmeln“.
Die KI erkennt das Kleidungsstück, seine Silhouette und seine Details: Länge, Ausschnitt, Ärmel, Weite, Verschluss und Taschen. Sie erfasst auch die Farben und das Muster des Stoffs, damit die Vorschau aussieht wie dein Bild.
Tipp: Am besten eignen sich Bilder, die das ganze Kleidungsstück von vorne zeigen, bei gutem Licht und an einer einzigen Person. Zeigt das Foto ein komplettes Outfit, schneide es vor dem Hochladen auf das Teil zu, das du nähen möchtest.
Schritt 2: Kleidungsstück und Optionen prüfen
Sewly paust dein Foto nicht ab. Die KI wählt in der Bibliothek von Sewly den passendsten Kleidungstyp und stellt seine Optionen ein; das Konstruktionsprogramm von Sewly zeichnet dann jedes Schnittteil aus Grundschnitten, mit deinen Maßen und der passenden Bewegungszugabe für dieses Kleidungsstück. Dieselben Eingaben ergeben immer dasselbe Schnittmuster.
Sieh dir an, was gewählt wurde, bevor du weitermachst. Wurde ein knielanger Rock als Midirock gelesen oder ein Rundhalsausschnitt als V-Ausschnitt, änderst du die Option selbst. Änderungen von Hand (Länge, Ausschnitt, Ärmel, Passform und die übrigen Optionen jedes Kleidungsstücks) sind kostenlos und unbegrenzt und zeichnen das Schnittmuster sofort neu, ganz ohne KI.
Zum Start umfasst die Bibliothek 20 Kleidungsstücke: A-Linien-Rock, Tellerrock, gekräuselter Rock und Stufenrock, Bleistiftrock und Wickelrock; T-Shirts und Tanktops; Oberteile und Blusen aus Webware; Sweatshirts und Hoodies; Shiftkleid, tailliertes Kleid mit ausgestelltem Rock und Slipdress; Schlupfhosen und Shorts mit Gummizug; eine Kimonojacke; dazu eine Stofftasche, ein Reißverschlusstäschchen, ein Fischerhut, ein Scrunchie, ein Kissenbezug und eine Schürze. Alle findest du im Schnittmuster-Katalog.
Sewly konstruiert noch keine Blazer und Jacken mit Kragen und Revers, keine Mäntel, keine Jeans mit Hosenschlitz, keine Hemden mit Kragensteg, keine Dessous, keine Bademode und keine Strickanleitungen. Bei solchen Bildern wählt Sewly das nächstliegende Kleidungsstück, das es kennt: Aus einer lockeren, unstrukturierten Jacke wird zum Beispiel eine Kimonojacke, und du kannst beurteilen, ob das für dein Projekt nah genug dran ist.
Schritt 3: Maße eingeben oder Größe wählen
Du hast zwei Möglichkeiten, die Größe festzulegen:
- Nach Maß. Gib deine eigenen Maße ein, und das Schnittmuster wird danach konstruiert. Ein Mess-Assistent erklärt dir jedes Maß und prüft die Zahlen; er weist auf Werte hin, die für die Einheit nicht stimmen können (etwa eine Taille von 28 in einem Zentimeterfeld). Körpergröße, Brust-, Taillen- und Hüftweite genügen für den Anfang; die übrigen Maße werden aus der nächstliegenden Standardgröße ergänzt, auf deine Körpergröße und Umfänge skaliert, und du kannst sie einzeln verfeinern. Unsere Anleitung Körpermaße richtig nehmen erklärt alle 24.
- Eine Standardgröße. Damen EU 32–54 (US 0–22, UK 4–26), Herren XS–3XL und Kinder von 2 bis 14 Jahren.
Wenn du für mehrere Personen nähst, halten Maßprofile die Zahlen jeder Person getrennt: eins im kostenlosen Tarif, 5 bei Maker und unbegrenzt viele bei Atelier.
Schritt 4: Das Design anpassen
Steht die Größe, verfeinerst du den Stil. Jede Änderung einer Option oder eines Maßes zeichnet die Schnittteile sofort neu, und du kannst so oft hin und her wechseln, wie du möchtest. Du kannst eine Änderung auch in Worten anfragen („mach es 5 cm länger“, „füge Taschen hinzu“); das kostet eine KI-Nachricht.
Schritt 5: Das Kleidungsstück in 3D ansehen
Die 3D-Vorschau zeigt das Kleidungsstück an einer virtuellen Schneiderpuppe, die nach deinen Maßen aufgebaut ist, in einer Uni-Farbe oder mit dem Muster aus deinem Bild. Nutze sie, um Proportionen zu beurteilen: wo ein Saum am Bein endet, wie weit ein Ärmel wirkt, ob dir eine kurze Länge steht.
Sie ist eine Vorschau der Silhouette, keine Simulation des Stoffs. Eine weiche Viskose und ein steifer Baumwollcanvas, aus demselben Schnitt genäht, sehen auf dem Bildschirm gleich aus, fallen aber ganz unterschiedlich. Wähle den Stoff deshalb mit den Empfehlungen der Nähanleitung im Hinterkopf.
Schritt 6: Das Schnittmuster maßstabsgetreu drucken
Zum Drucken brauchst du einen kostenpflichtigen Tarif. Wähle das Papier, das zu dir passt: A4, US Letter, A3, Tabloid (11 × 17 Zoll), einen A0-Bogen oder einen Bogen in 36 × 48 Zoll für den Copyshop oder eine Beamer-Datei. Beim Druck auf einzelnen Blättern sind die Seiten nach Zeile und Spalte mit Buchstaben und Zahlen beschriftet (A1, A2 … B1), mit Passmarken, einer Seitenübersicht auf dem Deckblatt und einem Testquadrat, das sowohl 5 cm als auch 2 Zoll als Referenz zeigt. Leere Seiten werden ausgelassen, und große einfache Rechtecke wie Bunde, Bindebänder und gekräuselte Rockbahnen bekommst du als Zuschnittmaße, statt sie auszudrucken.
Nahtzugaben sind enthalten: standardmäßig 1,5 cm bei Webware und 1 cm bei Jersey, und du kannst sie ändern. Folge der Anleitung PDF-Schnittmuster richtig drucken, damit der Maßstab beim Drucken exakt bleibt.
Schritt 7: Mit der Nähanleitung nähen
Zu jedem Schnittmuster gehört eine eigene Nähanleitung: die Arbeitsschritte für dieses Kleidungsstück mit den Optionen, die du gewählt hast, die Liste der Schnittteile mit der Angabe, wie oft jedes zugeschnitten wird, die Kurzwaren (Länge des Reißverschlusses, Länge des Gummibands, Anzahl der Knöpfe), der Stoffverbrauch für 110, 140 und 150 cm breiten Stoff und Zuschnittpläne. Die Anleitung steht allen am Bildschirm zur Verfügung und ist bei den kostenpflichtigen Tarifen auch im PDF enthalten.
Während du nähst, kannst du der Anleitung Fragen stellen, etwa „Was bedeutet Stabilisierungsnaht?“ oder „Mein Stoff ist rutschig, hast du Tipps für diesen Schritt?“. Eine KI antwortet mit Blick auf dein Schnittmuster.
Was kostenlos ist und was einen Tarif braucht
| Kostenlos | Maker | Atelier | |
|---|---|---|---|
| Preis | 0 € | 7,99 € im Monat oder 59 € im Jahr | 14,99 € im Monat oder 119 € im Jahr |
| KI-Schnittmuster pro Monat | 3 | 30 | Unbegrenzt (Fair Use) |
| KI-Nachrichten pro Monat | 20 | 300 | Unbegrenzt (Fair Use) |
| Änderungen von Hand, 3D-Vorschau, Anleitung am Bildschirm | Ja | Ja | Ja |
| Drucken und PDF-Nähanleitung | Nein | Ja | Ja |
| Maßprofile | 1 | 5 | Unbegrenzt |
Ein KI-Schnittmuster ist ein neues Schnittmuster aus einem Foto, einem Link oder einer Beschreibung. Eine KI-Nachricht ist eine in Worten gewünschte Änderung, eine Frage an die Anleitung oder Hilfe bei den Maßen. Du kannst jederzeit kündigen und bekommst dein Geld innerhalb von 14 Tagen nach der ersten Zahlung zurück, wenn Sewly für dich nicht funktioniert. Alle Details findest du auf der Preisseite.
Sewly in ChatGPT oder Claude nutzen
Sewly funktioniert auch als App in ChatGPT und Claude. Schick dem Assistenten einen Link zu einem Foto oder beschreibe das Kleidungsstück mit deinen Maßen; Sewly konstruiert das Schnittmuster, zeigt es im Chat und gibt dir den Link zum PDF. Wie du das einrichtest, steht in Sewly in ChatGPT und Claude nutzen.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
- Ein unruhiges Bild. Mehrere Kleidungsstücke, ein abgeschnittener Saum oder eine auffällige Pose machen Details schwerer erkennbar. Schneide das Bild auf ein Kleidungsstück zu oder beschreibe es stattdessen in Worten.
- Ungenaue Maße. Ein zu stramm gezogenes oder hinten schräg sitzendes Maßband verändert die Passform stärker als jede Option. Miss zweimal.
- Die 3D-Vorschau für einen Stofftest halten. Sie zeigt Proportionen, nicht den Fall des Stoffs. Nähe bei einem figurnahen Kleidungsstück zuerst ein schnelles Probemodell aus günstigem Stoff.
- Das Testquadrat überspringen. Miss es auf der ersten gedruckten Seite, bevor du den Rest druckst; ein Drucker, der auf „An Seite anpassen“ steht, verkleinert alles um einige Prozent.
- Ein Kleidungsstück erwarten, das Sewly noch nicht konstruiert. Prüfe die Liste oben und wähle das nächstliegende Kleidungsstück bewusst, statt hinterher überrascht zu werden.