Ein nahtverdeckter Reißverschluss wird eingenäht, bevor der Rest der Naht geschlossen ist. Öffne den Reißverschluss, bügle die Spirale flach und näh dann jedes Band auf die rechte Seite einer Nahtzugabe, mit der Spirale genau auf der Nahtlinie, so dicht an der Spirale, wie es der Nähfuß für nahtverdeckte Reißverschlüsse erlaubt, bis zum Schieber. Schließ den Reißverschluss und näh die Naht darunter mit einem normalen Reißverschlussfuß, etwas oberhalb und leicht außerhalb des Endes der Reißverschlussnaht beginnend. Von außen siehst du nur eine Naht und oben einen kleinen Zipper.
Was du brauchst
- Einen nahtverdeckten Reißverschluss, mindestens 2 bis 3 cm länger als die Öffnung, weil Schieber und unterer Endanschlag Platz brauchen. Sewly gibt die Reißverschlusslänge bei den Zutaten jedes Schnitts an: zum Beispiel 20 cm für Röcke mit Bund, 22 cm für den Bleistiftrock, 40 cm für ein Oberteil mit Rückenreißverschluss und 50 bis 55 cm für Kleider.
- Einen Nähfuß für nahtverdeckte Reißverschlüsse. Er hat unten zwei Rillen, die die Spirale aufrecht halten, sodass die Nadel direkt neben den Zähnchen nähen kann. Günstige Kunststofffüße passen auf viele Maschinen; prüfe, welche Fußaufnahme deine Maschine hat.
- Einen normalen Reißverschlussfuß, um die Naht unterhalb des Reißverschlusses zu schließen.
- Aufbügelbares Formband oder 2 cm breite Streifen leichter Bügeleinlage für Stoffe, die sich dehnen.
Die Naht vorbereiten
- Die offenen Kanten versäubern, an der Reißverschlussnaht jedes Teil einzeln, mit Zickzack oder Overlock, bevor du den Reißverschluss einsetzt. Danach kommst du schlecht heran. Siehe Nähte versäubern ohne Overlock.
- Die Öffnung stabilisieren bei Viskose, Crêpe, Jersey und allem, was schräg zum Fadenlauf zugeschnitten ist: Bügle auf der linken Seite der Nahtzugabe einen Streifen Einlage oder Formband über die Nahtlinie, auf Länge des Reißverschlusses. So wellt sich die Naht nicht.
- Die Nahtlinie markieren auf der rechten Seite jedes Teils, meist 1,5 cm von der Kante, mit Kreide oder einem gebügelten Bruch.
- Das Ende der Öffnung markieren. Bei Sewly-Schnitten zeigt ein Knips an der Naht, wo die Reißverschlussöffnung endet. Knipse ihn ein.
- Die obere Nahtlinie markieren, wo später Bund, Beleg oder Ausschnitt angenäht wird, damit der Reißverschluss direkt darunter enden kann.
Den Reißverschluss bügeln
Öffne den Reißverschluss. Bügle die Spirale von links bei niedriger Synthetik-Einstellung (ein Punkt, etwa 110 °C), sodass sie sich aufrollt und flacher liegt und die schmale Rille zwischen Spirale und Band frei wird. Bügle ihn nicht geschlossen, und nimm nie eine hohe Temperatur: Nylonspiralen schmelzen.
Die erste Seite nähen
- Den Reißverschluss ausrichten. Leg den geöffneten Reißverschluss mit der Vorderseite nach unten auf die rechte Seite eines Teils, die Spirale genau auf der Nahtlinie, das Band zur offenen Kante. Setz den oberen Endanschlag 2 bis 3 mm unter die obere Nahtlinie, damit der Zipper später nicht in der Quernaht hängen bleibt.
- Stecken oder heften. Nimm Stecknadeln parallel zur Spirale oder einen Streifen schmales doppelseitiges Nahtklebeband auf dem Reißverschlussband. Heften von Hand ist bei rutschigen Stoffen am genauesten.
- Den Nähfuß für nahtverdeckte Reißverschlüsse einsetzen, sodass die Spirale in einer seiner Rillen läuft und die Nadel im schmalen Raum zwischen Spirale und Band näht.
- Von oben nach unten nähen mit 2,5 mm Stichlänge und die Spirale vor dem Fuß mit den Fingern aufrichten. Halte an, wenn der Fuß den Schieber berührt, meist etwa 2 cm vor dem Ende des Reißverschlusses. Verriegeln.
Die zweite Seite nähen
- Den Reißverschluss schließen und die beiden Teile rechts auf rechts legen, um zu prüfen, ob die oberen Nahtlinien aufeinandertreffen. Markiere auf dem freien Reißverschlussband, wo die obere Nahtlinie und eventuelle Quernähte (eine Taillennaht, eine Passe) liegen.
- Den Reißverschluss wieder öffnen und das zweite Band mit der Vorderseite nach unten auf die rechte Seite des anderen Teils legen, Spirale auf der Nahtlinie, Markierungen aufeinander. Prüfe, dass der Reißverschluss nicht verdreht ist: Der Zipper sollte bei beiden Teilen zur rechten Stoffseite zeigen.
- Von oben nach unten nähen, die Spirale in der anderen Rille des Fußes, bis zum Schieber. Verriegeln.
- Den Reißverschluss von rechts schließen. Er sollte in der Naht verschwinden. Siehst du Zähnchen, näh diese Seite noch einmal einen Hauch näher an der Spirale.
Die Naht unterhalb des Reißverschlusses schließen
- Leg das Kleidungsstück rechts auf rechts und zieh das untere Ende des Reißverschlusses aus dem Weg, zur Nahtzugabe hin.
- Wechsle zum normalen Reißverschlussfuß.
- Beginne 1 cm oberhalb des Endes der Reißverschlussnaht und 2 mm außerhalb davon, zur offenen Kante hin, näh dann nach unten und führe die Naht sanft zurück auf die Nahtlinie bei 1,5 cm. Verriegle am Anfang.
- Näh den Rest der Naht. Bügle die Nahtzugaben unterhalb des Reißverschlusses auseinander, mit der passenden Temperatur für den Stoff: etwa 200 °C für Baumwolle und Leinen, 150 °C mit Bügeltuch für Wolle und Viskose, und halte das Bügeleisen von der Spirale fern.
- Steppe die unteren Enden des Reißverschlussbands nur an den Nahtzugaben fest, nicht am Kleidungsstück, damit sie nicht flattern.
Tipp: Eine kleine Falte am unteren Ende des Reißverschlusses bedeutet, dass zwischen Reißverschlussnaht und weiterführender Naht eine Lücke ist. Trenn die ersten 3 cm der Naht auf und beginne noch einmal, etwas höher und näher.
Das obere Ende verarbeiten
Das obere Ende des Reißverschlussbands wird in der nächsten Naht mitgefasst: einem Bund, einem Beleg oder einem Futter. Schlag die Bandenden schräg zur Nahtzugabe hin um, damit sie nicht zu sehen sind, und näh die Quernaht genau auf der markierten oberen Nahtlinie. Der Zipper sitzt dann sauber an der Kante, ohne Lücke darüber.
Einen nahtverdeckten Reißverschluss kürzen
Schließ den Reißverschluss. Miss die benötigte Länge ab dem oberen Endanschlag und gib 2 cm dazu. Setz an dieser Stelle einen neuen Anschlag: von Hand mit mehreren Überwendlingsstichen über die Spirale oder mit der Maschine mit einem breiten Zickzack bei Stichlänge null. Schneide den Reißverschluss 2 cm unterhalb des neuen Anschlags ab. Kürze immer von unten; die oberen Anschläge sind fest.
Kein Spezialfuß für nahtverdeckte Reißverschlüsse?
Nimm einen normalen Reißverschlussfuß und stell die Nadel so nah wie möglich an die Spirale, nachdem du sie flach gebügelt hast. Näh langsam und roll die Spirale beim Nähen mit dem Daumennagel von der Nadel weg. Der Reißverschluss wird nicht ganz so unsichtbar, aber bei den meisten Stoffen ist das Ergebnis in Ordnung. Alternativ wählst du einen verdeckt eingenähten Reißverschluss, der für den normalen Reißverschlussfuß gedacht ist.
Häufige Fehler und Lösungen
- Der Reißverschluss ist zu sehen. Die Naht ist zu weit von der Spirale entfernt. Näh noch einmal 1 mm näher, mit gebügelter und aufgerichteter Spirale.
- Quernähte treffen nicht aufeinander. Markiere die Taillennaht auf dem zweiten Band, bevor du es nähst, und hefte diese Seite zur Probe zuerst.
- Der Stoff wellt sich am Reißverschluss. Er wurde beim Nähen gedehnt. Trenn auf, bügle Formband auf und näh noch einmal, ohne am Stoff zu ziehen.
- Der Schieber kommt nicht durch. Die Nadel hat die Spirale erwischt. Trenn diesen Abschnitt auf und näh ihn einen Hauch weiter außen neu.
- Der Reißverschluss ist zu kurz für die Öffnung. Schließ die Naht weiter oben oder ersetze ihn durch einen längeren; zwing den Zipper nie über den unteren Endanschlag hinaus.
Für den ersten Versuch eignet sich ein Rock mit seitlichem oder hinterem Reißverschluss ideal, etwa der Bleistiftrock oder der A-Linien-Rock. Der Glossareintrag nahtverdeckter Reißverschluss erklärt, wie er sich von anderen Reißverschlüssen unterscheidet.