Definition
Nessel ist ein günstiger, ungebleichter Baumwollstoff in Leinwandbindung für Probemodelle; im amerikanischen Englisch heißt er muslin, im britischen calico, während das deutsche Musselin etwas anderes meint.
Dasselbe Wort bedeutet je nach Land etwas anderes, was beim Lesen englischer Anleitungen leicht verwirrt:
| Wo | „Muslin“ bedeutet | Der Teststoff heißt |
|---|---|---|
| USA | Schlichte, ungebleichte Baumwolle für Probemodelle und das Probemodell selbst | Muslin |
| Großbritannien, Australien | Eine feine, locker gewebte, durchscheinende Baumwolle, wie bei Mulltüchern für Babys | Calico |
| Frankreich und Modeschulen | Toile ist sowohl der Stoff als auch das Probemodell | Toile |
Im Deutschen heißt der Teststoff Nessel; Musselin bezeichnet dagegen einen leichten, weichen Baumwollstoff, heute meist das zweilagige Double Gauze. Nessel gibt es in leichter, mittlerer und schwerer Qualität, ungebleicht oder gebleicht, meist 110 bis 150 cm breit. Er ist günstig, nimmt Stift- und Kreidemarkierungen gut an und zeigt Falten und Zugstellen deutlich, deshalb ist er die Standardwahl, um die Passform zu testen.
Wähle die Qualität, die deinem endgültigen Stoff am nächsten kommt: leichten Nessel für Blusen und Kleider, schwereren für Hosen und Jacken. Für ein Kleidungsstück aus Jersey oder einem fließenden Stoff wie Viskose führt ein Test in Nessel in die Irre; nimm stattdessen einen günstigen Stoff mit derselben Dehnung oder demselben Fall.
Nessel eignet sich auch als Unterlegstoff, als Bügeltuch und als Taschenfutter. Wasch ihn vor, wenn du das Probemodell tragen möchtest, denn er läuft ein. Wie du ein Probemodell nähst, beschreiben der Eintrag Probemodell und die Anleitung Ein Probemodell nähen.