Wie viel Stoff du brauchst, hängt von den Schnittteilen, deiner Größe und der Breite des Stoffs ab: Je schmaler der Stoff, desto mehr Länge brauchst du. Lies die Menge in der Stoffverbrauchstabelle deines Schnittmusters für deine Größe und die Breite ab, die du kaufst, meist 110, 140 oder 150 cm, und rechne dann etwas dazu: fürs Einlaufen, wenn du vorwäschst, für Drucke mit Laufrichtung oder Strich und für Streifen oder Karos, die aufeinandertreffen sollen.
Warum die Stoffbreite die Menge verändert
Die meisten Teile werden aus Stoff zugeschnitten, der der Länge nach zur Hälfte gefaltet ist, Webkante auf Webkante. Bei 140 cm breitem Stoff hast du dann 70 cm Breite, um Teile nebeneinanderzulegen; bei 110 cm breitem Stoff nur 55 cm. Rockvorder- und Rockrückenteil, die auf dem breiteren Stoff nebeneinanderpassen, müssen auf dem schmaleren hintereinanderliegen, und das kann die benötigte Länge fast verdoppeln.
| Breite | Üblich bei |
|---|---|
| 110 bis 115 cm | Patchworkstoffen, vielen bedruckten Baumwollstoffen, manchen Seiden |
| 140 cm | Leinen, Bekleidungsbaumwolle, Viskose, Wolle |
| 150 cm | Jersey, Denim, vielen Bekleidungsstoffen |
Die Breite auf dem Etikett ist nicht immer die nutzbare Breite. Miss zwischen den Webkanten nach und zieh einen bedruckten Rand oder eine Reihe Nadellöcher an den Kanten ab.
So liest du eine Stoffverbrauchstabelle
- Such deine Größe heraus oder die Menge, die für dein Schnittmuster nach Maß angegeben ist.
- Wähle die Spalte für die Breite des Stoffs, den du kaufst.
- Prüfe die Variante: Ärmellänge, Taschen und Rocklänge verändern die Menge.
- Achte auf eigene Zeilen für Kontraststoff, Futter, Einlage und Bündchen.
- Prüfe, ob die Menge „mit Strich“, also mit allen Teilen in einer Richtung, oder „ohne Strich“ angegeben ist.
- Runde auf das auf, was der Laden verkauft, und rechne die Zugaben weiter unten dazu.
Typische Mengen je Kleidungsstück
Das sind grobe Spannen für eine erwachsene Person um Größe EU 38 bis 42, um einen Einkauf zu planen. Die Tabelle deines Schnittmusters hat immer Vorrang: Größere Größen, lange Ärmel und größere Längen brauchen mehr.
| Kleidungsstück | 110 cm breit | 140 bis 150 cm breit |
|---|---|---|
| Kurzärmeliges T-Shirt (Jersey) | In dieser Breite selten erhältlich | 1,0 bis 1,3 m |
| Kurzärmeliges Oberteil aus Webware | 1,8 bis 2,0 m | 1,3 bis 1,6 m |
| Knielanger A-Linien-Rock | 1,3 bis 1,6 m | 0,9 bis 1,2 m |
| Knielanges Kleid, kurze Ärmel | 2,5 bis 2,8 m | 1,8 bis 2,2 m |
| Lange Hose mit weitem Bein | 2,8 bis 3,2 m | 2,2 bis 2,6 m |
| Gefütterte Tote Bag | 0,5 bis 0,7 m von jedem Stoff | 0,5 bis 0,7 m von jedem Stoff |
Tellerröcke sind ein Sonderfall: Ein voller Tellerrock in großer Länge kann 3 m oder mehr brauchen, und bei schmalem Stoff müssen die Teile womöglich angestückelt werden. Der Tellerrock-Rechner ermittelt das aus deiner Taillenweite und der gewünschten Länge.
So berechnet Sewly den Stoffverbrauch
Sewly nimmt die Stoffmengen nicht aus einer Größentabelle. Es legt die tatsächlichen Teile deines Schnittmusters in deiner Größe auf Stoff, der Webkante auf Webkante gefaltet ist, mit dem Fadenlauf parallel zur Webkante und den Teilen, die im Stoffbruch zugeschnitten werden, direkt am Bruch, und zwar für 110, 140 und 150 cm Breite. Teile, die für den gefalteten Stoff zu breit sind, kommen auf die aufgeklappte Breite. Die Länge dieses Schnittlagebilds plus etwa 8 % und 10 cm für Einlaufen und das Begradigen der Enden, aufgerundet auf die nächsten 10 cm, ist die Menge in deiner Nähanleitung; in Yards wird auf das nächste 1/8 Yard aufgerundet. Den Zuschnittplan für jede Breite findest du ebenfalls in der Anleitung, sodass du siehst, wohin jedes Teil kommt.
Wann du mehr kaufen solltest
- Einlaufen. Leinen, locker gewebte Baumwolle und Viskose können bei der ersten Wäsche deutlich einlaufen. Ist in deiner Menge kein Spielraum dafür, rechne etwa 10 cm pro Meter dazu und wasch den Stoff vor, bevor du zuschneidest.
- Drucke mit Laufrichtung und Strich. Samt, Cord, manche Satins und Drucke mit einem Oben und Unten verlangen, dass alle Teile in dieselbe Richtung zeigen, sodass sie sich nicht ineinander verschachteln lassen. Gibt das Schnittmuster keine Menge „mit Strich“ an, rechne 20 bis 30 cm für ein Oberteil dazu, mehr für Hosen und weite Röcke. Siehe Strich.
- Streifen und Karos. Damit sie an den Nähten aufeinandertreffen, rechne für jedes Hauptteil mindestens einen Musterrapport dazu.
- Einen großen Druck platzieren. Willst du ein Motiv mittig haben oder von der Brust fernhalten, kauf einen Rapport mehr.
- Schief abgeschnittene Enden und Webfehler. Läden schneiden nicht immer gerade ab. Rechne 10 cm dazu, um das Ende zu begradigen.
Selbst ausrechnen
Gibt es keine Tabelle, etwa bei einem selbst konstruierten oder abgeänderten Schnittmuster, misst du es aus:
- Miss bei jedem Teil die größte Länge und die größte Breite, Nahtzugaben eingeschlossen.
- Notiere, wie oft du jedes Teil zuschneidest und welche im Stoffbruch liegen.
- Zeichne den gefalteten Stoff maßstabsgetreu auf Karopapier, die halbe Stoffbreite quer, ein Kästchen für 5 cm.
- Leg zuerst die Bruchteile an den Bruch, dann die übrigen, die größten zuerst, alle mit dem Fadenlauf parallel zur Webkante.
- Miss die verbrauchte Länge, rechne die Zugaben von oben dazu und runde auf die nächsten 10 cm (oder 1/8 Yard) auf.
Der Stoffverbrauchsrechner übernimmt das Rechnen für gängige Kleidungsstücke, und Stoff im Fadenlauf auflegen und zuschneiden erklärt das Auflegen selbst.
Meter und Yards umrechnen
Bestellst du Stoff in Shops aus den USA oder Großbritannien, begegnen dir Yards. Ein Yard sind 91,44 cm; ein Meter entspricht etwa 1,09 Yard. Läden verkaufen in Schritten von 10 cm oder 1/8 Yard, das sind 11,4 cm. Runde immer auf.
| Meter | Yards, aufgerundet |
|---|---|
| 0,5 m | 5/8 yd |
| 1 m | 1 1/8 yd |
| 1,5 m | 1 3/4 yd |
| 2 m | 2 1/4 yd |
| 2,5 m | 2 3/4 yd |
| 3 m | 3 3/8 yd |
Häufige Fehler
- Die falsche Breitenspalte gelesen. Zwischen 110 und 140 cm liegt oft ein halber Meter oder mehr.
- Die anderen Materialien vergessen: Futter, Kontraststoff, Einlage und Bündchen haben eigene Zeilen.
- Einen Druck mit Laufrichtung nach der Menge „ohne Strich“ gekauft. Prüf das, bevor du an den Zuschneidetisch gehst.
- Meter und Yards verwechselt. Ein Yard ist etwa 8,5 cm kürzer als ein Meter, und das summiert sich über 3 m.
- Das Vorwaschen ausgelassen und hinterher festgestellt, dass der Stoff an Länge verloren hat.