Definition
Das Fallverhalten beschreibt, wie ein Stoff unter seinem eigenen Gewicht hängt und Falten wirft, von fließenden Stoffen, die anliegen und schwingen, bis zu festen, die vom Körper abstehen.
Der Fall hängt von Faser, Garn, Web- oder Maschenstruktur, Gewicht und Ausrüstung ab. Zwei Stoffe gleichen Gewichts können sich völlig unterschiedlich verhalten: Ein Viskose-Challis mit 120 g/m² fließt über deine Hand, während eine Baumwollpopeline mit 120 g/m² eine Falte hält wie Papier.
Ein schneller Test im Laden: Lass ein Stück Stoff über deine Hand hängen und sieh dir die Falten an. Viele kleine, weiche Falten bedeuten einen fließenden Fall; wenige breite, steife Falten einen festen Stoff.
| Fall | Stoffe | Passt zu |
|---|---|---|
| Fließend | Viskose, Seide, Krepp, Modaljersey | Slipdresses, Wickelröcken, gekräuselten Blusen, Kimonojacken |
| Mittel | Leinen, Chambray, Baumwollbatist, Musselin (Double Gauze) | Shiftkleidern, weiten Hosen, lockeren Oberteilen |
| Fest | Popeline, Patchworkbaumwolle, Denim, Canvas | A-Linien- und Bleistiftröcken, formstabilen Oberteilen, Taschen |
Stimm den Fall auf die Silhouette ab. Ein Kräuselrock aus steifem Stoff steht ab wie ein Lampenschirm; ein Tellerrock aus fließendem Stoff fällt in weichen Falten, aus festem Stoff steht er weit ab. Ein Zuschnitt im schrägen Fadenlauf verbessert den Fall einer Webware.
Die 3D-Vorschau von Sewly zeigt Silhouette und Proportionen deines Kleidungsstücks, unifarben oder mit dem Muster deines Stoffs, ist aber keine physikalische Simulation des Fallverhaltens; deine Stoffwahl bleibt also wichtig. Orientierung gibt Den richtigen Stoff für ein Schnittmuster wählen.