Glossar

Kräuseln

Auch genannt: Kräuselfalten, Einkräuseln, Raffen

Definition

Kräuseln heißt, eine lange Stoffkante auf lockeren Stichen zusammenzuziehen, bis sie an eine kürzere Kante passt; so entstehen weiche, gleichmäßige Falten.

Kräuselfalten bringen Weite dorthin, wo ein Kleidungsstück Volumen braucht: einen Rock an den Bund, einen Puffärmel in den Armausschnitt, eine Rüsche an einen Saum. Die längere Kante wird verkürzt, indem du an Fäden ziehst, bis sie zum Gegenstück passt.

Die klassische Methode mit der Maschine:

  1. Stell eine lange Stichlänge von 4 bis 5 mm ein und lockere die Oberfadenspannung etwas.
  2. Nähe zwei parallele Reihen innerhalb der Nahtzugabe, zum Beispiel 1 cm und 1,3 cm von der Kante entfernt, ohne zu verriegeln.
  3. Zieh die beiden Unterfäden gemeinsam an und verteile die Kräuselfalten gleichmäßig zwischen den Knipsmarken.
  4. Steck die Kante an die kürzere Kante und nähe auf der Nahtlinie, mit der gekräuselten Seite nach oben.

Wie viel Weite? Der Kräuselfaktor ist die Länge vor dem Kräuseln geteilt durch die Länge danach:

FaktorWirkung
1,5Leichte, weiche Weite
2Normale Kräuselung
2,5–3Sehr voll; passt zu dünnen Stoffen

Bei schwerem Stoff nähst du im Zickzack über eine kräftige Kordel und ziehst an ihr statt an den Fäden; sie kann nicht reißen. Der Kräuselrock ist der einfachste Ort zum Üben. Siehe Stoff gleichmäßig kräuseln und den Kräuselrechner.

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