Glossar

Godet

Auch genannt: Glockeneinsatz, Keileinsatz

Definition

Ein Godet ist ein dreieckiger oder keilförmiger Stoffeinsatz in einer Naht oder einem Schlitz, meist am Saum eines Rocks oder Ärmels, der Weite hinzufügt.

Godets bringen Bewegung an den Saum, ohne an Taille oder Hüfte Weite hinzuzufügen: Ein schmaler Rock kann unterhalb des Knies ausschwingen, ein gerader Ärmel am Handgelenk glockig werden. Der Einsatz ist meist ein Kreissegment, oben spitz und unten gerundet, passend zum Saum.

Er lässt sich einsetzen:

  • In eine Naht, die dort endet, wo das Godet beginnt.
  • In einen Schlitz, der mitten in ein Teil geschnitten wird. Das ist die schwierigere Variante, weil die Spitze keine Nahtzugabe übrig hat und mit einem kleinen Beleg oder einem Stück Einlage verstärkt werden muss.

Für eine saubere Spitze:

  1. Markiere die Spitze genau, am Godet und am Kleidungsstück.
  2. Nähe jede Seite des Godets von der Spitze abwärts Richtung Saum, eine Seite nach der anderen, sodass sich beide Nähte genau an der Spitze treffen.
  3. Vernähe die Fäden an der Spitze und bügle die Nahtzugaben zum Kleidungsstück hin.

Schneide Godets so zu, dass der Fadenlauf durch ihre Mitte verläuft; dann liegen beide Kanten leicht schräg und hängen gleichmäßig. Lass das Kleidungsstück vor dem Säumen hängen, weil sich die schrägen Kanten aushängen.

Ein Godet funktioniert nach demselben Prinzip wie ein Zwickel, fügt aber Weite statt Bewegungsfreiheit hinzu. Für Weite ab der Taille siehe Tellerrock und A-Linie.

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